Sonntag, 27. August 2017

SERIENVORSTELLUNG: Tote Mädchen lügen nicht



Serienvorstellung: Tote Mädchen lügen nicht (Spoiler)

  

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Vor wenigen Monaten war das Buch und vor allem die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ oder „13 Reasons Why“ in aller Munde. Da die Serie eine Netflix Original-Serie ist konnte ich sie bislang nicht gucken, doch da wir jetzt Netflix haben, habe ich mich auch endlich, und mit hohen Erwartungen, an die Serie gemacht. Ob meine Erwartungen erfüllt wurden oder eher nicht könnt ihr im folgenden Text lesen.

Daten:

Veröffentlichung: 2017
Plattform: Netflix
Staffeln: 1
Folgen pro Staffel: 13
Darsteller: Dylan Minnette, Katherine Langford, Kate Walsh
von: Brian Yorkey


Inhalt

Nach dem verblüffenden Selbstmord einer Teenagerin kommt ein Mitschüler in den Besitz von Kassetten, die das Rätsel um ihren tragischen Entschluss lösen konnten.


Meine Meinung

Zuerst einmal müsst ihr wissen, dass ich diese Serienvorstellung schreibe während ich die letzten zwei Folgen noch vor mir habe, doch ich muss diese Gedanken einfach mal loswerden.
Ich bin wirklich mit extrem hohen Erwartungen an diese Serie gegangen. Ich hatte das gleichnamige Buch von Jay Asher vorher zweimal gelesen und bin somit ausgegangen ich bin auf die Geschehnisse der Serie vorbereitet. Leider wurde ich enttäuscht. Ich möchte hiermit nicht sagen, dass ich die Serie schlecht finde. Ich bin trotz allem der Meinung, das „Tote Mädchen lügen nicht“ eine gute Serie ist die mit dem sehr schwierigen Thema des Suizides gut umgeht – so gut es eben geht.
Doch bevor ich etwas bemängel, kommen wir doch zu dem positiven Aspekten der Serie. Zu aller erst gefällt mir die Besetzung sehr gut. Ich finde Katherine Langford spielt ihre Rolle als Hannah Baker sehr überzeugend. Genauso Dylan Minnette, der Clay Jensen verkörpert. Meiner Meinung nach sind beide Charaktere gut getroffen und wuden in der Serie gut ausgearbeitet. Vor allem Hannahs Gefühle kommen durch Langfords Darstellung sehr gut zur Geltung, was wichtig für den Inhalt der Folgen ist.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, war, dass die Serie sich mehr mit Hannah Bakers Eltern beschäftigt hat. Im Buch wurden die beiden eher wenig bis gar nicht behandelt. Die Konflikte der Bakers sind gut dargestellt, denn man muss sich schließlich vorstellen wie es ist, wenn das eigene Kind Suizid begeht. Deshalb finde ich es auch wichtig zu zeigen wie es den Eltern danach geht, und wie sie versuchen mit der ganzen Situation klarzukommen. Ich finde der innere Konflikt von Mrs. Baker war durch ihre ständigen Gefühlsausbrüche gut dargestellt und man konnte – musste – sehr mit ihr mitfühlen, vor allem wenn sie sich mit ihrem Mann gestritten hat.

Ein weiterer Aspekt, welchen ich als positiv empfunden habe war die Art und Weise die Kassetten zu erzählen. Ich fand es gut, dass man nicht immer nur einfach Hannahs Stimme aus dem Off die Kassetten vorlesen lassen hat. Durch die Flashbacks wurden Hannahs Geschichten verdeutlicht und dem Zuschauer quasi ins Gehirn gebrannt. Durch den Unterschied der Tönung – Vergangenheit eher warmes Licht und Realität eher kühles, blaues Licht – konnte man die Flashbacks und Clays bzw. die Realität aller anderen Beteiligten gut auseinanderhalten.

Tonys Figur als, sagen wir Mentor Clays, hat mir ebenfalls gut gefallen. Der Gedanke an Hilfe für Clay, welcher durch die Kassetten in einen Emotionalen Konflikt gelangt hat mir gut gefallen und hat zu dem Trigger Warnungen am Anfang der Serie und teilweise der Folgen gepasst: Hole dir Hilfe! Mir hat es gut gefallen, dass Clay nicht wie im Buch die Kassetten alle alleine gehört hat, vor allem nicht die letzten vier, weil diese meiner Meinung nach schon die heftigsten waren. Denn wie man in der Serie gesehen und im Buch gelesen hat, hat Hannah sich eben deswegen umgebracht: weil sie keine Hilfe hatte.

Ich mochte Alex´ Einstellung zu dem Ganzen sehr gerne. Die Tatsache, dass er die Dinge gefühlt als Einziger wirklich sieht wie sie sind hat mir gut gefallen. Denn die Anderen versuchen alle Sachen nur totzureden und behaupten Hannahs Geschichten währen nur Lügen, obwohl sie doch wissen das es wahr ist.
Doch kommen wir nun zum Negativen.

Mein größter Kritikpunkt an der Serie ist die Folgenlänge. Bei einem Buch von ca. 300 Seiten kann man natürlich keine 2 Stunden Folgen machen, ohne viel dazu erfinden zu müssen. Doch auch wenn die Folgen natürlich (zum Glück) keine zwei Stunden lang waren, waren 50-60 Minuten doch reichlich zu lang für meinen Geschmack. Es wurden viele Dinge hinzugedichtet um die Folgen, meiner Meinung nach unnötig, in die Länge zu ziehen. Die einfachen Geschichten der Kassetten hätten an vielen Stellen für den Inhalt der Folge vollkommen ausgereicht, denn durch die vielen Geschehnisse in der Realität wurde die Serie noch wirrer und schwieriger zu schlucken als sie sowieso schon war. Denn natürlich muss man immer bedenken: Diese Serie ist nichts für schwache Nerven.

Vielleicht wird euch überraschen was ich jetzt schreiben, denn ich hatte erst erwähnt, das ich Clays Darstellung sehr gut fand. Damit haben ich mich allerdings hauptsächlich auf den Schauspieler bezogen. Denn wie Clay mit dem Inhalt der Kassetten umgegangen ist hat mir so gar nicht gefallen. Meiner Meinung nach waren Clays Reaktionen teils extrem überzogen und ich konnte viele seiner Racheaktionen einfach nicht nachvollziehen. Ich meine muss er sich unbedingt so mit Justin und Bryce anlegen? Das ergibt für mich überhaupt keinen Sinn, denn im Buch wurde Clay immer eher als der Ruhige beschrieben, was ja sogar in der Serie teilweise so ist. Auch die Aktion mit Tyler hat mir so gar nicht gefallen, denn genau er sollte doch nach diesen Kassetten wissen, was solch ein Foto auslösen kann. Deshalb fand ich seine Reaktionen völlig unpassend. Außerdem haben sie Tonys Funkion als Clays Helfer komplett aufgehoben und die Serie hat den Zuschauern gezeigt, wie man am besten andere Menschen mobbt, was ich wirklich keine gute Grundlage für dieses sehr ernste Thema empfinde.

Was mir noch dazu auch wirklich überhaupt nicht gefallen hat, war die Beziehung zwischen Hannah und Clay, die im Buch vor der Party lange nicht so intim war wie in der Serie. Denn im Buch war es für Clay etwas besonderes mit Hannah auf der Party zu sprechen, denn klar, er war die ganze Zeit über in sie verliebt und trotzdem hatten sie im Buch vor der Party kaum bis gar keinen Kontakt. In der Serie jedoch gehen Hannah und Clay fast schon als beste Freunde durch was ich vollkommen unpassend finde. Außerdem wurden die Ereignisse auf Jessicas Party vollkommen überspitzt dargestellt. Natürlich nicht die der Vergewaltigung, sondern die von Kassette 11, Clays Kassette. Mir hat nicht gefallen wie übertrieben Clay und Hannah „rumgemacht“ haben, denn eigentlich kannten sie sich ja gar nicht richtig.

Ich muss ehrlich sagen, ich habe die Sache mit dem Rechtsstreit erst nicht verstanden. Warum sollten die Bakers gegen die Schule vorgehen und vor allem welche Rolle spielte Mrs. Jensen in diesem Prozess. Doch je länger ich die Serie verfolgt habe, desto mehr habe ich verstanden. Dennoch ist mir sehr viel unklar geblieben und Mrs. Jensens hin und her den Fall anzunehmen oder abzulehnen hat die ganze Sache für mich nur verwirrender gemacht. Mir ist klar, dass das ganze Thema um den Rechtsstreit eigentlich nicht hier zu den negativen Aspekten gehört, weil es nun einmal zeigt was nach einem Suizid alles folgen kann dennoch finde ich wurde es viel zu kompliziert und verworren dargestellt.

Jetzt kommt noch ein bisschen meckern auf hohem Niveau, aber auch das muss sein. Ich persönlich bin eine Person, die sich brutale, gewalttätige oder blutige Szenen überhaupt nicht anschauen kann. Demnach war ich geschockt, als ich (bevor ich die Serie geguckt hatte) gehört habe, dass Hannah sich in der Serie die Pulsadern aufschneidet und man alles sieht. Nun bin ich noch nicht an dieser Stelle doch ich habe Ausschnitte auf YouTube gesehen und kann somit auch diesen Punkt beurteilen. Ich finde diese Änderung hätte nicht sein müssen. Die wirklich extrem brutalen Szenen gehören einfach nicht auch noch in eine Serie die an sich schon schwer zu schauen ist. Im Buch hat sich Hannah mit Pillen umgebracht und natürlich verstehe ich den Reiz von Hollywood das zu ändern, denn brutale Szenen kommen oft besser an, Hinterlassen einen größeren Eindruck beim Zuschauer und sind oft einfacher zu verwirklichen. Dennoch, eine einfache Trigger Warnung vor dieser Folge reicht einfach nicht mehr aus.

Zudem kommt jetzt noch die große Änderung auf Bryce´ Kassette. Ich kann mich nämlich absolut nicht daran erinnern, dass er im Buch nicht nur Jessica sondern auch Hannah vergewaltigt haben soll. Ich frage mich an dieser Stelle nur: Was haben sich die Serienmacher hierbei gedacht? Denn Hannah hatte im Buch ohne die eigene Vergewaltigung genug Gründe sich umzubringen (nicht falsch verstehen ich finde diese Entscheidung nicht gut, aber die Gründe haben im Buch ja offensichtlich ausgereicht) warum also brauch sie in der Serie noch einen Grund. Ich meine hat sie nicht sowieso schon genug durchgemacht?

Die Reaktionen, oder besser gesagt Überreaktionen der anderen Figuren wie Justin, Jessica, Bryce, Courtney und so weiter haben mir auch nicht wirklich gefallen. Klar haben sie Angst, dass ihr Geheimnis ans Licht kommt, vor allem weil Bryce für sehr viel bestraft werden könnte. Dennoch finde ich, die Idee Clay einfach umzubringen einfach nur krank. Muss die Serie an jeder möglichen Stelle denn noch schlimmer als sowieso schon gemacht werden?
Was ich mich unter anderem auch gefragt habe war, warum die anderen Bryce die ganze Zeit über gedeckt haben. Diese Tatsache hat für mich einfach keinen Sinn ergeben.


Fazit

Alles in allem muss ich sagen, dass die Serie wirklich nicht schlecht ist keineswegs! (Auch wenn es sich zum Ende hin jetzt vielleicht so angehört hat)
Doch ich muss sagen ich bin froh wenn ich durch bin und diese Serie nicht mehr angucken muss. Denn es ist heftig und durch die langen Folgen ist es teilweise wirklich eine Qual die Folge ohne Teile vorzuspulen zu gucken.

Aufgrund dessen gebe ich der Serie 3.5 von 5 Sternen.


Eure Helena💖

Kommentare:

  1. Puh da hast du aber wirklich ausführlich beschrieben, was gut und was eher schlecht umgesetzt ist... Ich denke jetzt erst recht, dass ich die Serie nicht schaue werde...

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    1. Ja ich hab sehr lange gebraucht alles aufzuschreiben, aber es sind einfach so viele Eindrücke auf mich eingeprasselt... Ich finds gut wenn du für dich selbst entscheidest, dass du es nicht guckst und nicht mit dem Strom gehst!

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